← Sitzungstag · Plenarprotokoll 20/211 · 126. Rede des Tages

Mareike Lotte Wulf

CDU/CSU · Freitag, 31. Januar 2025

Wörter
245
Beifall
0
Zurufe
0
Wahlperiode
20

Depressionen, Suizidgedanken und -handlungen, Angst- und Essstörungen sind nur einige der Folgen des starken und anhaltenden Leidensdrucks, dem Kinder und Jugendliche mit Geschlechtsdysphorie ausgesetzt sind. Die Betroffenen dürfen mit diesem Leid nicht allein gelassen werden.

Deshalb ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche mit Geschlechtsdysphorie die richtige und fachlich qualifizierte Hilfe und Unterstützung erhalten. Zu diesem Zweck hat die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Fachgesellschaften eine Leitlinie erarbeitet, die Empfehlungen zur Diagnostik, Beratung und Behandlung der Geschlechtsdysphorie enthält.

Diese wissenschaftlich fundierte Leitlinie ist das Ergebnis von Diskussionen und Erkenntnissen innerhalb der medizinischen Fachgemeinschaft. Inzwischen wird in der Fachwelt diskutiert, ob und wie diese Leitlinie aktualisiert werden soll.

Ihr Antrag beruht auf der Annahme, dass die Geschlechtsdysphorie bei den meisten betroffenen Kindern ein vorübergehendes Phänomen ist. Derzeit gibt es in Deutschland keine Hinweise darauf, dass unsere Fachärztinnen und Fachärzte dies nicht unterscheiden können und Kinder in großem Stil falsch behandelt werden, wie dies zum Beispiel in Großbritannien beim Tavistock Centre der Fall war. Auch Ihr Antrag belegt dies nur unzureichend. Das vorgeschlagene Verbot ist somit unverhältnismäßig.

Ihr Antrag stammt aus dem Jahr 2022. Das ist schon mal drei Jahre her! Um Sie wieder in die heutige Realität zurückzuholen, muss ich Ihnen eines mitteilen: Die Internetseite regenbogenportal.de, deren Überprüfung Sie fordern, wurde mit allen Inhalten inzwischen abgeschaltet, und zwar unter anderem, da die Kollegin Klöckner die leichtfertigen Empfehlungen dieses Portal öffentlich gemacht hat. Der Staat hat hier keine Empfehlungen zu geben, diese gehören ausschließlich in die Hände von Fachärzten.

Quelle: Plenarprotokoll 20/211 (PDF) ↗ · Zwischenrufe und Beifall sind im Text nicht enthalten.